Elektronik- und Automatisierungsentwickler der Industrie im Dialog

Einleitung

Die Halbwertzeit heutigen Wissens sinkt. Zukünftige Unternehmenserfolge hängen ganz wesentlich davon ab, wie schnell und effektiv neues Wissen aufgenommen wird. In der Investitionsgüterindustrie kommt neuem Wissen über die Anwendung der Mikroelektronik und dem Einsatz von Automatisierungstechnik aus diesem Blickwinkel große Bedeutung zu. Mikroelektronik wird sowohl in Entwicklungs-, Produktions- und Automatisierungsprozessen als auch in den vielfältigen Produktkomponenten der Industrie eingesetzt. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit hängt auch in Zukunft entscheidend davon ab, wie es gelingt, sowohl bereits erprobte als auch zukünftige Mikroelektronik rechtzeitig und zielgerichtet in der Industrie zu nutzen.

Die Entwicklung und die Anwendung der Mikroelektronik liefert die Bausteine für die fortschreitende Automatisierung. Im Sinne einer Zeit- und Kostenoptimierung kann die Anwendung und Umsetzung der Mikroelektronik und Anwendung in der Automatisierungstechnik für verschiedenen Industriebranchen im Rahmen der DFAM auf einer gemeinsamen Plattform in einem Forschungsnetzwerk der industriellen Elektronik- und Automatisierungsentwickler effizienter erfolgen.

Die eingangs skizzierten Rahmenbedingungen lassen sich auf die heute gültigen Erfolgsfaktoren für die Unternehmen am Standort Deutschland zusammenfassen:

• Kurze Reaktionszeiten auf Kundenwünsche  – Zeit
• Kostenführerschaft bei Prozeßkosten            – Kosten
• Totales Qualitätsmanagement (TQM)             – Qualität
• Neue Produkte für neue und alte Märkte       – Innovationen

 

Die Forderungen nach Funktionserweiterungen der Produkte für die Kunden und nach kurzen Lieferzeiten, sowie der Kostendruck und die sich ändernden Organisationsstrukturen führen zur dezentralen Automatisierung und zum Future Internet.

Für die Bewältigung der zukünftigen Anforderungen eignet sich eine bestimmte Form der Organisation der Forschung, die industrielle Gemeinschaftsforschung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Sie hat sich mit Erfolg der „bottom-up“-Methode verschrieben, eine Form, die sich u.a. auch bei der Erarbeitung von Standards bewährt hat:

• Die Firmenforschung an allererster Stelle
• die (temporäre) Verbundforschung wo sie sinnvoll ist, und
• die industrielle Gemeinschaftsforschung zur Stabilisierung unserer Industriestruktur.

 

Die Anwendung und der Einsatz der Mikroelektronik erfordern die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, wobei im Rahmen der DFAM drei unterschiedliche Gruppen zusammengeführt werden, die unterschiedliche Kompetenzen haben:

 

Systemhersteller

z.B. Maschinenbau-, Elektrotechnik- oder Automatisierungs-Unternehmen, das für bestimmte Märkte und Kunden produziert und die Bedürfnisse seiner Kunden genau kennt.

Zulieferer

unter der Prämisse „Kosten sparen, Durchlaufzeiten verringern, Flexibilität erhöhen" werden Lösungen dem Systemhersteller angeboten.

Wissenschaft

bietet Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen an und setzt dabei Werkzeuge ein, deren Anschaffung weder für den Systemhersteller noch den Zulieferer wirtschaftlich wären.

Die Anwendung der Mikroelektronik und Automatisierungstechnik wird der Schlüssel für diese drei Gruppen sein, um das in Zukunft geforderte flexible, kostengünstige und zeitminimale organische Zusammenspiel von Einzelfunktionen zu ermöglichen:

Bestehende und zukünftige Themenschwerpunkte der DFAM

Doch welche konkreten Themenschwerpunkte lassen sich aus der zu erwartenden dezentra-len Automatisierung und dem Future Internet, die eine überlebensnotwendige Kooperation zwischen Hersteller und Zulieferer sowie Technologieträger erfordern, ableiten?

Aus den Zielen Kosten reduzieren, Durchlaufzeiten verkürzen, Flexibilität erhöhen, Innovatio-nen in Netzwerken, Zulieferer- und Wertschöpfungskette und auf dem Gebiet der Cyber-Physical Systems zu erarbeiten, sowie dem Anspruch eines totalen Qualitätsmanagements zu genügen, hat die DFAM die folgenden fünf Schwerpunktbereiche abgeleitet:


Alle Projektvorschläge müssen zusätzliche Gesichtspunkte berücksichtigen:

• Den Mikroelektronik und Automatisierungstechnik anwendenden und herstellenden Unternehmen einen signifikanten Wettbewerbsvorsprung verschaffen.
• Der Wissenschaft und insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Dialogplattform mit der Industrie zu bieten.
• Kurze Produktlebenszyklen unter energie- und ressourceneffizienten Rahmenbedingungen beachten.
• Verfügbarkeit der Systeme, Servicefreundlichkeit, Total Quality Management und Umweltverträglichkeit sind Kriterien für den späteren Markterfolg.

Struktur und Zielsetzung der DFAM sind branchenübergreifend und interdisziplinär angelegt.

Mikroelektronik und Automatisierungstechnik sind quer durch die Industriebranchen die Basis für den technischen Fortschritt. Und sie bedürfen der interdisziplinären Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft.

DFAM-Aktivitäten außerhalb der Industriellen Gemeinschaftsforschung

Die DFAM ist grundsätzlich offen für andere Förderprogramme auch außerhalb der industriellen Gemeinschaftsforschung, auf nationaler, wie europäischer Ebene.
Aber auch für Projekte in anderen Förderprogrammen gilt, dass Beirat und Vorstand der DFAM dazu einen Beschluss fassen.

Die Anregung zu Verbundprojekten (national wie europäisch) muss aus dem Mitgliederkreis kommen. Die industrielle Leitung der Projekte sollte angestrebt werden.

Aber auch für Verbundprojekte gilt die in der DFAM-Satzung festgelegte Zielsetzung, dass die DFAM Forschung und Entwicklung im Bereich der Anwendung der Mikroelektronik fördert. Die Konsequenz hieraus muss die Fokussierung auf die Anwendung der Mikroelektronik und Automatisierungstechnik oder auf das Schwerpunktprogramm der DFAM sein.

Die auf der Herbsttagung der DFAM am 12.09.2013 hierzu verabschiedete Handlungsleitung ist zu beachten.